Vierzig Jahre Lohnfertigung. Und ein paar Brüche, die uns weitergebracht haben.
Lohnfertiger gibt es viele. Welche, die seit den Achtzigern dieselbe Werkstatt am Laufen halten, schon weniger. Und welche, die in dieser Zeit zweimal komplett umgebaut haben, was sie tun und wie sie es tun — sehr wenige. Hier ist die Kurzfassung unserer Geschichte.
1986 — Gründung
Hermann Kohnen gründet die Hermann Kohnen Maschinenbau GmbH in Viersen-Dülken, an der Brabanter Straße 199. Klassische Lohnfertigung für die Region: drehen, fräsen, bohren, im Wesentlichen Einzelteile und kleine Serien für den umliegenden Maschinenbau. Eine Werkstatt unter vielen — solide gemacht, mit dem Anspruch, dass Bauteile auch dann noch stimmen, wenn der Kunde sie erst Wochen später einbaut.
Um 2000 — Neubau und erste Hermle
Erweiterung der Halle, Modernisierung der Ausstattung. Mit den ersten Hermle-Bearbeitungszentren steigt die Fertigung in komplexere Geometrien und engere Toleranzen ein. Die Kapazität wächst, das Kundenspektrum auch — von der reinen Lokalfertigung hin zu Kunden, die HKM gezielt wegen technischer Anforderungen suchen.
2020 — Übernahme durch Steffen Mallon
Generationswechsel. Steffen Mallon übernimmt das Unternehmen — mit einem Hintergrund, der in der Branche eher die Ausnahme ist: abgeschlossenes Maschinenbau-Diplom, mit einer Arbeit über die Energie- und Kosteneffizienz in der Hochleistungszerspanung von Aluminium. Was als akademische Übung begann, wird zur Geschäftsgrundlage: Fertigung nicht als handwerkliche Routine zu sehen, sondern als technische Disziplin, in der jeder Prozess hinterfragt und optimiert werden kann.
Ab 2020 — 5-Achs-Wachstum
Konsequenter Ausbau der 5-Achs-Kompetenz. Mit dem Hermle C22U inklusive HS-Flex-Palettenautomation kommt nicht nur eine zusätzliche Maschine ins Haus, sondern eine andere Art zu fertigen: Done in One — eine Aufspannung, ein fertiges Bauteil. Damit verschiebt sich, was wirtschaftlich machbar ist, vor allem im Bereich anspruchsvoller Mittelserien.
Ab 2024 — Fertigungsoptimierung als Standard
Was vorher punktuell stattfand, wird systematisch: Jede neue Anfrage durchläuft eine Prozess- und Toleranzprüfung, bevor kalkuliert wird. Werkzeugauswahl, Aufspannstrategie, Maschinenzuordnung und Schnittwerte werden empirisch ermittelt und dokumentiert. Im selben Jahr erscheint das Whitepaper Kostenfalle Mechanik, das diesen Ansatz auch für Kunden nachvollziehbar macht.
2025 — Umzug nach Viersen
Der Standort an der Brabanter Straße ist seit Jahren am Limit. Mit dem Umzug an den Kränkelsweg vervielfachen wir die Fläche und legen die Grundlage für den nächsten Kapazitätsschub: zusätzliche automatisierte Zellen, mehr 5-Achs-Kapazität, mehr Platz für Vor- und Nachgelagertes — von der Eingangsprüfung über die Montage bis zum Versand.
Heute
Knapp vierzig Jahre nach der Gründung sind wir ein anderer Betrieb als 1986 — und ein anderer als 2020. Was geblieben ist: der Standort in Viersen, der Anspruch, Bauteile zu liefern, die stimmen, und die Überzeugung, dass deutsche Lohnfertigung wettbewerbsfähig sein kann, wenn man sie ernsthaft betreibt.
Wenn Sie uns kennenlernen wollen — kommen Sie vorbei.
Werkstattbesuche sind bei uns nicht Sales-Theater, sondern ein normaler Teil der Geschäftsanbahnung. Sie sehen, was passiert, sprechen mit den Leuten, die an der Maschine stehen, und wissen danach besser, ob wir zu Ihrem Bauteil passen.